Artikel vom: 15.03.2026
Sturz überschattet Finallauf
Weiter geht es mit Tag 2 in Inzell. Nachdem wir am Freitag und Samstag noch von der Sonne verwöhnt wurden, zeigte das Inzeller Wetter seine andere Seite. Es hatte sich ziemlich abgekühlt und ein kalter Wind wehte. Da passte die heiße Gulaschsuppe richtig gut. Um 13:30 begann die Fahrervorstellung, ganz traditionell: die Fahrer liefen eine Runde zu Fuß auf dem Eisoval und vorne weg lief die Musikkapelle, die für Stimmung sorgte.
Pünktlich um 14:00 Uhr erfolgte der Start des Heat 1. Das konnte nicht gut gehen; alle 4 Fahrer wollten auf „eine Linie“, das war zu eng und es kam zu einem „klassischen“ Startunfall in der ersten Kurve, bei dem Heikki Huusko, auf der Außenbahn mit Helmfarbe gelb und Max Koivula (Helmfarbe weiß) in die Strohballen flogen. Der Referee ließ alle 4 Fahrer wieder zum Re-Start zu. Während Max wieder an den Re-Start konnte, musste Heikki ins Fahrerlager gebracht werden und dort im RTW am Oberschenkel genäht werden. Für ihn kam der 1. Reservefahrer Christoph Kirchner, der ein sensationelles WM-Comeback feierte, an das Startband. Max Niedermaier kam als Erster aus der Startkurve, neben ihm Max Koivula, der außen dann an Max N. vorbei zog.
Der „Eishans“ der hinter den beiden fuhr kam Ausgangs der Startkurve auf einmal von der Bahn ab und fuhr strauchelnd durch das Innenfeld. Der Referee, Christina Turnbull, brach trotzdem den Lauf ab. Bei Start und Ziel kam der „Eishans“ mit seiner Maschine zum Stehen. Der Lauf musste, ohne den „Eishans“ neu gestartet werden, da er als Abbruchverursacher disqualifiziert wurde. Max Niedermaier führte nach dem Re-Start zuerst und fuhr, entgegen seiner Gewohnheit, mehr die Innenlinie statt der Außenbahn. Max K. ging dann zu Beginn der letzten Runde innen an Max N. vorbei, der noch eine Schlussattacke in der Zielkurve versuchte. „Shake Hands“ der beiden „Fighter“ und folgende Punkteverteilung: 3 Punkte für Max Koivula, 2 Punkte für Max Niedermaier und 1 Punkt für Christop Kirchner.
Martin Haarahiltunen ging an Franky Zorn, der im Heat 3 zuerst in Führung lag, außen vorbei und holte 3 Punkte. Franky Zorn, der mit Filip Jäger, noch um 2. Platz fightete, konnte sich durchsetzen und bekam 2 Punkte. Filip erhielt noch 1 Punkt und 0 Punkte für Leon Kramer.
Luca Bauer ließ im Heat 4 nichts anbrennen, fuhr ganz außen, konnte sich absetzen und holte 3 Punkte. Sebastian Reitsma und Lukáš Hutla kämpften um die 2 Punkte, mal war Sebastian vorn, dann ging Lukáš wieder vorbei und behielt zum Schluss die Nase vorn. Zwei Punkte gingen an Lukáš und ein Punkt an Sebastian. Leider keinen Punkt für Maximilian Niedermaier. Die Namensgleichheit kommt nicht von ungefähr: Maximilian Niedermaier ist der Cousin von Max Niedermaier.
Schneller Start und zuerst die Führung für den im Helmfarbe blau startenden Max Niedermaier im Heat 5. Niclas Svensson und Lukáš Hutla waren zuerst gleich auf, dann zog Niclas in der Startkurve außen an Lukáš vorbei. Niclas klebte nun am Hinterrad von Max N. und versuchte vorbeizukommen. Der Lauf wurde abgebrochen, da Filip Jäger in der Startkurve stürzte und disqualifiziert wurde. Nach dem Re-Start ging Max N. zuerst wieder in Führung, doch Niclas suchte die Lücke, fand sie und ging vorbei. Max versuchte noch eine Schlussattacke, doch es reichte nicht aus. Die 3 Punkte aus dem Lauf gingen an Niclas, 2 Punkte an Max N. und 1 Punkt an Lukáš.
Im Heat 8 ging nun der 2. Reservefahrer Franz Mayerbüchler, für den noch nicht fahren könnenden Heikki Huusko, an den Start. Martin Haarahiltunen ging in Führung und Luca Bauer nahm auf der Außenbahn die Verfolgung auf, kam jedoch nicht nah genug ran um eine Attacke zu starten. Jasper Iwema, der an 3. Position lag, hatte Probleme mit der Maschine und überfuhr die Innenlinie. Franz erhielt dadurch noch einen Punkt. Die drei Punkte gingen an Martin und zwei Punkte an Luca.
Es war definitiv nicht sein Wochenende in der Max-Aicher-Arena: nach einem erneuten Ausfall im Heat 10, wie zuvor auch im Heat 6, gab der „Eishans“ Hans Weber auf und meldete sich vom restlichen Rennen des Tages ab. Den Lauf gewann Martin Haarahiltunen vor Niclas Svensson und Maximilian Niedermaier.
Im Heat 12, man konnte es kaum glauben, ging Heikki Huusko wieder an den Start und nicht nur das: er holte 3 Punkte vor Franky Zorn, Lukáš Hutla und Andrej Divis. Heikki wurde – nach einem Voting und das zu Recht - von den Fans zum „Gladiator oft the Day“ gewählt!
Im Heat 13 kam es in der letzten Runde in der Startkurve zu einem Sturz von Andrej Divis und der Lauf wurde, mit dem in Führung liegenden Martin Haarahiltunen, abgebrochen. Martin nahm Andrej auf seiner Maschine mit zurück ins Fahrerlager. Da es bereits die letzte Runde war, wurde der Lauf wie folgt gewertet: 3 Punkte für Martin, 2 Punkte für Max Niedermaier, 1 Punkt für Sebastian Reitsma und ohne Punkt blieb Andrej Divis.
Sehr schneller Start von Christoph Kirchner, der im Heat 14 für den „Eishans“ an den Start ging und fast eine Runde lang das Feld anführte, bis Lukáš Hutla Ausgang der Zielkurve innen an ihm vorbei ging. Er konnte aber Leon Kramer und Jasper Iwema hinter sich halten und holte dadurch 2 Punkte. Leon erhielt 1 Punkt und ohne Punkt blieb Jasper, der sich sicherlich mehr von diesem Rennwochenende versprochen hatte.
Heikki Huusko, im Heat 16 in Führung liegend, stürzte und „landete“ mit einem regelrechten „Dreher“ im Innenfeld. Der Lauf wurde abgebrochen und Heikki disqualifiziert. Der Traum vom WM-Titel war geplatzt. Eine Chance für Ove Ledström, der an diesem Tag, wie auch am Vortag ein sehr gutes und konstantes Rennen fuhr. Ove gewann den Re-Start und ging zunächst vor Filip Jäger in Führung, der jedoch in der Zielkurve innen an ihm vorbeikam. Die 3 Punkte gingen an Filip, 2 Punkte gab es für Ove und 1 Punkt für Maximilian Niedermaier.
Für den Last Chance Heat sowie für das Filiale wählen die Fahrer, nach Reihenfolge ihrer Platzierung, die jeweilige Helmfarbe. Im Last Chance Heat standen: Max Koivula (13 Punkte), Luca Bauer (12 Punkte), Franky Zorn (10 Punkte) und Max Niedermaier (9 Punkte). Franky Zorn (Helmfarbe blau) kam am besten aus den Bändern und ging in Führung. Max K., der die Innenbahn (Helmfarbe rot) gwählt hatte, zog noch in der Startkurve innen an Franky vorbei. Luca Bauer (Helmfarbe weiß) kam mit hohen Speed auf der Außenbahn an und zog ebenfalls an Franky vorbei und attackierte den in Führung liegenden Max Koivula. Max Niedermaier, für ihn war noch die Helmfarbe gelb übrig geblieben, konnte noch an Franky vorbei ziehen und wurde Dritter. Somit zogen Max Koivula und Luca Bauer als Erster und Zweiter in das Finale ein.
Für das Finale waren bereits gesetzt: Martin Haarahiltunen (Maximum mit 15 Punkten) und Niclas Svensson (14 Punkte).
Zu den Tönen von „Final Countdown“ war es nun soweit, das Finale stand an.
Martin Haarahiltunen (Helmfarbe rot), fuhr ganz innen und ging nach dem Start in Führung. Direkt dahinter Max Koivula (Helmfarbe weiß), außen Luca Bauer (Helmfarbe gelb) der mit Niclas Svensson (Helmfarbe blau) um den 3. Platz fightete. Auf der Gegengeraden, gegenüber von Start-und Ziel, fuhr Martin ganz außen, kam in straucheln und Max K. der natürlich auf Angriff, auf seiner eigenen Linie, jedoch dicht an Martins Linie fuhr, konnte nicht mehr ausweichen und berührte Martin am Hinterrad, wob bei es zu einem schrecklichen Sturz der beiden Fahrer kam.
Max K. stand bereits, während Martin noch auf der Bahn lag und wegen Probleme mit seinem Knie abtransportiert werden musste. Zum Glück ging der Sturz noch „glimpflich“ aus. Nun die Entscheidung von Referee Christina Turnbull: disqualifiziert als Sturzverursacher wurde Max K., der aus dem Fahrerlager noch einmal das Gespräch mit dem Referee suchte, was jedoch nichts an der Entscheidung änderte.
Eine schwierige Entscheidung wie ich finde. Martin führte zurzeit das Rennen an und gab die Linie vor. Max K. konnte man jedoch kein unfaires Fahrverhalten vorhalten, da er genug Platz für Martin, der auf der Außenbahn fuhr, gelassen hatte.
Der Re-Start des Finallaufes erfolgte ohne Martin und Max K. Niclas ging in Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Luca fuhr wieder seine Außenlinie dicht an den Strohballen entlang und startete eine letzte Schlussattacke in der Zielkurve, doch es reichte nicht ganz. Niclas gewann das Finale vor Luca, Martin und Max K.
Martin ließ es sich trotz seines verletzten linken Knies nicht nehmen, untergehakt von seinen Mechanikern, zur Siegehrung zu kommen, um seinen Preis für den 3. Platz abzuholen und mitzufeiern.
Was für ein spannendes und emotionales Rennwochenende liegt hinter uns … doch die Reise der „Eiscowboys“ für diese Saison ist noch nicht zu Ende! Am Samstag, den 11.04.2026 findet in Heerenveen/NL der GP 3 statt. Zuvor am Freitagabend (10.04.2026) der legendäre Roelof Thijs Pokal, bei dem u.a. die Schwester von Leon Kramer, Amber Kramer, an den Start gehen wird. Auch die „Rookies“ Bernhard Sanftl, Simone Mayer sind neben dem aus der Gras-und Langbahnszene bekannten Paul Cooper mit am Start. Ebenfalls dabei: Christoph Kirchner und Sebastian Reitsma. Und dann noch ein „Leckerbissen“ am Sonntag Nachmittag (12.04.2026) die Team WM „Ice Speedway of Nations“ !
Informationen und Tickets gibt es unter: https://ijsspeedway.nl/de/
Für die neuen „Eiscracks“: es gibt freien Eintritt zum Training der Teilnehmer des Roelof Thijs Pokals und der WM ! Seien Sie dabei und lassen Sie sich dieses Rennwochenende im Thialf- Stadion in Heerenveen nicht entgehen!
Text und Fotos: Anke Claassen
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